Wiener zeigen größte Bereitschaft zu Testamentsspenden
Utl.: Gemeinnützige Organisationen der Initiative Vergissmeinnicht gedenken zu Allerheiligen am Wiener Friedhof Südwest gemeinsam ihrer Testamentsspender.

 

Wien, 30.10.2019. Rund 63 Millionen Euro spenden die Österreicher jährlich in Form von Testamentsspenden. Seit 2012 informiert „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“ über die Möglichkeit des Spendens über das eigene Leben hinaus. Laut market-Umfrage wissen mittlerweile bereits 76 Prozent der Österreicher über 40, dass man neben Angehörigen auch Spendenorganisationen im Nachlass berücksichtigen kann. Österreichweit können sich 13 Prozent der Menschen vorstellen eine Testamentsspende zu machen. Wien liegt mit 22 Prozent im Bundesländervergleich an erster Stelle. Insgesamt ist der Informationsbedarf beim Thema Erben jedoch groß. Anlässlich Allerheiligen sagten die Vergissmeinnicht-Mitglieder gestern am Wiener Friedhof Südwest gemeinsam Danke und gedachten ihrer Testamentsspender mit einem leuchtenden Vergissmeinnicht.

Gestern Abend kamen Vertreter der Initiative Vergissmeinnicht am Friedhof Südwest zusammen, um gemeinsam ihrer Testamentsspender zu gedenken. Mit ihrem Vermächtnis haben diese über das eigene Leben hinaus Gutes bewirkt und dadurch mitgeholfen, wichtige Projekte der Zivilgesellschaft zu realisieren. Testamentsspenden sind vielfach der Samen für Neues, Außergewöhnliches.“, so Günther Lutschinger, Initiator von Vergissmeinnicht. In Erinnerung an ihre Testamentsspender zündeten die Vergissmeinnicht-Vertreter gemeinsam Kerzen an. Dabei wurde ein leuchtendes Vergissmeinnicht gebildet.

Testamentsspenden in Österreich
Rund 63 Millionen Euro betrugen 2018 die Testamentsspenden zugunsten gemeinnütziger Organisationen. Dies sind beinahe 10 % des gesamten Spendenaufkommens in Österreich. „Jeder zehnte Spendeneuro wird also mittlerweile über Testamente gespendet.“, zeigt sich Lutschinger beeindruckt. Laut market-Umfrage können sich 13% der Österreicher ein Vermächtnis für den guten Zweck vorstellen. 1% hat schon eine Testamentsspende gemacht. Bei Personen ohne Kinder ist die Bereitschaft wesentlich höher: 21% können es sich vorstellen, 3% haben bereits ein gemeinnütziges Testament erstellt. Das Interesse an einer Testamentsspende ist in Wien mit 22% (im Vergleich zu 13% österreichweit) und Salzburg (21%) am größten, am niedrigsten in Vorarlberg. Der Wissensstand um die Möglichkeit einer Testamentsspende ist ebenfalls in Wien am größten (82% der Bevölkerung ab 40 Jahre). Besonders hoch ist die Bereitschaft zur Testamentsspende in den Städten, vergleichsweise gering hingegen im ländlichen Raum. Bei der Testamentserstellung ist der Notar in ganz Österreich erster Ansprechpartner. Insgesamt ist der Informationsbedarf beim Thema Erben hierzulande groß: Nur 30% der Bevölkerung über 40 Jahren hat bereits ein Testament gemacht. Die wenigsten wissen über die rechtlichen Rahmenbedingungen seit der Einführung des neuen Erbrechts 2017 Bescheid. Ein Testament hat man am häufigsten in Oberösterreich (42%), am seltensten in Tirol (16%). Den Tirolern ist das Thema Testament auch gemeinsam mit den Burgenländern am unangenehmsten.



Gute Gründe für ein Testament
47% der Befragten haben durch ein Testament „ein gutes Gefühl der Ordnung“, 41% möchten durch die Regelung des Nachlasses Streit unter den Angehörigen vermeiden und 40% wollen, dass die Aufteilung des Nachlasses nicht dem Zufall überlassen wird. Für ein gemeinnütziges Testament spricht bei den Befragten mit 47% vor allem der Wunsch, über das eigene Leben hinaus etwas Gutes zu tun. Bei kinderlosen Personen liegt dieser Wert sogar bei 67%. 39% können sich ein gemeinnütziges Vermächtnis aufgrund des persönlichen Bezugs zu einer Organisation vorstellen.
Bei den Spendenzwecken liegen den Testamentsspendern besonders Tier- und Umweltschutz sowie Hilfe für Kinder und Jugendliche am Herzen.

Über die Initiative Vergissmeinnicht
Hinter Vergissmeinnicht steht die gemeinsame Überzeugung der 86 Mitgliederorganisationen, dass man mit einem Vermächtnis für den gemeinnützigen Zweck über das Leben hinaus Gutes tun kann. „Viele Menschen möchten selbst bestimmen, was mit ihrem Vermögen nach ihrem Tod passiert. Sie möchten, dass es jenen gemeinnützigen Zwecken zugutekommt, die ihnen schon zu Lebzeiten wichtig sind, etwa dem Umweltschutz, der Kultur oder der Hilfe für bedürftige Menschen.“, verrät Günther Lutschinger. Um das Informationsbedürfnis zum Thema Testament und Erben zu bedienen, informiert die Initiative Vergissmeinnicht in Kooperation mit der Österreichischen Notariatskammer über die Wichtigkeit einer Testamentserstellung und die Möglichkeit, im Testament neben Angehörigen auch eine gemeinnützige Organisation zu berücksichtigen. Liegt kein Testament vor und sind auch keine gesetzlichen Erben vorhanden, fällt die Erbschaft automatisch an den Staat (2012-2015 über 12 Mio. Euro).
„Mit einer Testamentsspende tun Menschen über das Leben hinaus Gutes. Sie gestalten die Zukunft mit und schaffen Bleibendes für die nächsten Generationen. Ein Vermächtnis für das Österreichische Rote Kreuz ist ein Akt der Solidarität, der noch lange wirkt.“, betont Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. Die zentrale Rolle von Testamentsspenden zur Umsetzung gemeinnütziger Anliegen unterstreicht auch Martin Tree, Blinden- und Sehbehindertenverband Wien, NÖ und Burgenland: „Testamentarische Zuwendungen zu den Trainings für Orientierung und Mobilität sind eine wesentliche Unterstützung für sehbehinderte und blinde Menschen: Dieses sehr zeitintensive Angebot hilft bei den Schritten zurück in ein selbstbestimmtes Leben.“

Fotos vom gemeinsamen Erinnern an die Testamentsspender am Friedhof Südwest stehen honorarfrei zur Verfügung unter: https://bit.ly/32y8V0B

Rückfragehinweis:
Dr. Andreas Anker, Pressearbeit Fundraising Verband Austria
M: 0676 / 4214706, E: presse@fundraising.at
 
25 Jahre mobile Pflege
Seit 25 Jahren sorgt der mobile Pflegedienst des St. Anna Kinderspitals dafür, krebskranke Kinder und deren Familien in ihrem zu Hause bestmöglich zu versorgen und zu betreuen.
Gemeinsame Zeit mit Freunden und der Familie gehören für Kinder und Erwachsene zu den wunderbarsten Momenten im Leben. Doch auf einen Schlag bricht die Stimmung von Gewissheit und Geborgenheit zusammen. Die Diagnose Krebs lässt die Welt der Familie komplett aus der Bahn geraten. Plötzlich wird das Leben nur durch Krankheit bestimmt. Sorgen, Angst und permanenter Stress machen sich breit und bringen Kinder und Eltern an den Rand der Verzweiflung.
In solchen Fällen greift der mobile Pflegedienst des St. Anna Kinderspitals Betroffenen unter die Arme und begleitet Kinder und deren Eltern durch die schwierige Zeit. Unsere mobilen KrankenpflegerInnen sorgen dafür, Kinder und deren Familien, bestmöglich in ihrem zu Hause zu betreuen und zu versorgen. Im gewohnten Umfeld zu bleiben ist für Kinder und deren Familien von großer Bedeutung. Die tägliche Routine, das eigene Bett und Spielzimmer, sowie die Nähe ihrer Liebsten können in der eigenen Wohnung besser gelebt werden und sorgen für Entspannung. Der mobile Pflegedienst bietet in diesem Zusammenhang die Sicherheit, zu Hause gut betreut zu werden und erspart Angehörigen oftmals den belastenden Weg ins Spital.

Lesen Sie hier mehr über die unermüdliche und aufsuchende Arbeit unserer mobilen HelferInnen.

* Der mobile Pflegedienst wird von der Kinder-Krebs-Hilfe Elterninitiative finanziert. Danke für 25 Jahre liebevolle Betreuung und Unterstützung von schwerkranken Kindern und ihren Familien!



 
Ehrung des St. Anna Kinderspitals
Das St. Anna Kinderspital erhält den Wiener Bezirks Award 2019
Ende Mai wurde im festlichen Ambiente der Bezirksvorstehung der Wiener Bezirks Business Award verliehen. Ärztlicher Direktor, Univ. Prof. Dr. Wolfgang Holter nahm mit großer Freude den Preis für den zweiten Platz in der Kategorie „Innovatives und sozial engagiertes Unternehmen“ entgegen. Wir danken alle die das St. Anna nominiert haben, sowie den MitarbeiterInnen und LeserInnen des Wiener Bezirktsblatts für die Auszeichnung.



 
St. Anna WissenschaftlerInnen werden ausgezeichnet
Von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) werden jedes Jahr ÖGKJ-Mitglieder ausgezeichnet. Anlässlich der 56. Jahrestagung wurden Wissenschaftsehrungen und -preise, unter anderem an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St. Anna Kinderkrebsforschung und des St. Anna Kinderspital, überreicht.

Für die beste klinische Arbeit wurde Prof. Dr. Ruth Ladenstein ausgezeichnet. Dr. Eleni Tomazou erhielt den Wissenschaftspreis für die beste onkologische Arbeit. Die Verleihung der „August von Reuss-Medaille“ für Verdienste auf dem Gebiet der Sozialpädiatrie ging an Dr. Reinhard Topf. Dr. Leila Ronceray durfte sich über den Förderpreis der Wiener Pädiatrie freuen. Ausgezeichnet für die beste experimentelle Arbeit wurde Assoc. Prof. Dr. Kaan Boztug. Der Clemens von Pirquet-Preis wurde ebenfalls Assoc. Prof. Boztug zuerkannt, da seine Publikationen (i. e. Arbeiten als Erst-, Letzt- und/oder korrespondierende AutorIn) aus den letzten drei Jahren in Summe die meisten Zitierungen erhalten haben.

Zu den Personen (i. a. R.):
Assoc.-Prof. Dr. Kaan Boztug, Direktor des Ludwig Boltzmann Institute for Rare and Undiagnosed Diseases (LBI-RUD), zugehöriger Forschungsgruppenleiter am CeMM-Zentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Arzt und Assoc. Professor für Kinder und Jugendheilkunde an der Medizinischen Universität Wien und im St. Anna Kinderspital.

Univ.-Prof. Dr. Ruth Ladenstein, MBA, cPM, Leiterin der Studien und Statistik-Abteilung (S2IRP) in der St. Anna Kinderkrebsforschung.

Dr. Leila Ronceray, Ärztin im St. Anna Kinderspital.

Dr. Eleni Tomazou, Leiterin der Epigenombasierenden Präzisionsmedizin-Forschungsgruppe in der St. Anna Kinderkrebsforschung.

Dr. Reinhard Topf, Leiter der Psychosozialen Beratung im St. Anna Kinderspital.

Im Detail:

Kaan Boztug für Ahmet Ozen et al.
CD55 Deficiency, Early-Onset Protein-Losing Enteropathy, and Thrombosis.
N Engl J Med. 2017 Jul 6;377(1):52-61. doi: 10.1056/NEJMoa1615887. Epub 2017 Jun 28.

Ruth Ladenstein et al.
Busulfan and melphalan versus carboplatin, etoposide, and melphalan as high-dose chemotherapy for high-risk neuroblastoma (HR-NBL1/SIOPEN): an international, randomised, multi-arm, open-label, phase 3 trial.
Lancet Oncol. 2017 Apr;18(4):500-514. doi: 10.1016/S1470-2045(17)30070-0. Epub 2017 Mar 2.

Eleni Tomazou für Nathan Sheffield et al.
DNA methylation heterogeneity defines a disease spectrum in Ewing sarcoma.
Nat Med. 2017 Mar;23(3):386-395. doi: 10.1038/nm.4273. Epub 2017 Jan 30.




 
ÖGJK-Ehrungen und -Preise gehen an MitarbeiterInnen der St. Anna Kinderkrebsforschung und des St. Anna Kinderspital.