Neue Studienergebnisse: Weniger Chemotherapie, weniger Infektionen.  Immuntherapie verbessert die Behandlung von Hochrisiko-Leukämie bei Kindern.

 

Die Behandlung von Leukämie im Kindesalter erfordert häufig eine intensive Chemotherapie, die das Immunsystem stark schwächen und das Risiko lebensbedrohlicher Infektionen erhöhen kann. Eine internationale klinische Studie unter Beteiligung der Clinical Trials Unit, geleitet von Andishe Attabarschi, an der St. Anna Kinderkrebsforschung und dem St. Anna Kinderspital, zeigt nun eine weniger intensive Behandlungsoption für Kinder und Jugendliche mit Hochrisiko-B-Zell-akuter lymphatischer Leukämie: Werden zwei Zyklen hochdosierter Chemotherapie durch die Immuntherapie Blinatumomab ersetzt, verbessern sich die Behandlungsergebnisse und die Zahl schwerer Infektionen sinkt deutlich.

Die Behandlung von Leukämie im Kindesalter hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Jedoch ist bei der Behandlung der Hochrisiko-Leukämien weiterhin eine intensive Chemotherapie erforderlich. Diese kann den Körper stark belasten und das Immunsystem erheblich schwächen. Dadurch sind Patient*innen während der Behandlung besonders anfällig für schwere und potenziell lebensbedrohliche Infektionen.

Eine internationale klinische Studie unter der Leitung von Martin Schrappe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel und unter Beteiligung der Clinical Trials Unit der St. Anna Kinderkrebsforschung und des St. Anna Kinderspitals, die die Studie in Österreich koordinierten, zeigt nun, dass zwei intensive Chemotherapiezyklen durch den bispezifischen Antikörper Blinatumomab ersetzt werden können.

 

Dieser Ansatz verbesserte die Behandlungsergebnisse bei Kindern und Jugendlichen mit Hochrisiko-B-Zell-akuter lymphatischer Leukämie und reduzierte gleichzeitig die Zahl schwerer Infektionen deutlich. Die Studie zeigt damit, dass weniger Chemotherapie nicht zwangsläufig eine weniger wirksame Behandlung bedeutet. Die Ergebnisse wurden im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass der Ersatz eines Teils der intensiven Chemotherapie durch Immuntherapie die behandlungsbedingte Toxizität deutlich verringern kann. Gleichzeitig erhält das Immunsystem mehr Gelegenheit, sich zu erholen und Infektionen zu bekämpfen.

 

Weitere Informationen bei St. Anna Kinderkrebsforschung