Pflege & Betreuung

 

Mit ganzem Herzen ♥ und
höchst  professionell

 

Im St. Anna Kinderspital werden alle Patient*innen durch professionell Pflegende evidenzbasiert und angelehnt an die Pflegemodelle von Dorothea Orem und Nancy Roper (Stammzellentransplantationseinheit) gepflegt und betreut.
Einen hohen Stellenwert hat die Edukation der Patient*innen sowie deren Bezugspersonen sowohl für den stationären als auch für den extramuralen Bereich.

 

Professionell Pflegende

Weit über 90% der Pflegepersonen im St. Anna Kinderspital sind Angehörige des  gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, also Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen (DGKP). Sie werden in der Pflege und Betreuung der Patient*innen auf einer Station durch  Pflegefachassistent*innen sowie in der Internen Ambulanz durch Ordinationsassistent*innen unterstützt.

 

Entsprechend der Charta für Kinder im Krankenhaus sowie den gesetzlichen Vorgaben verfügen alle Diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger*innen über eine Spezialisierung für die Pflege von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen bzw. sind am Weg zu dieser Spezialisierung.

 

Evidenzbasiert

Entscheidungen unserer Pflegenden erfolgen evidenzbasiert, sie beruhen also auf folgenden vier Säulen:

  • Expertise der Pflegenden: Erfahrungswissen und Pflegediagnosen
  • Ziele und Vorstellung der Patient*in und/oder deren Bezugsperson
  • Ergebnisse der Pflegeforschung: externe Evidenz und Studienergebnisse
  • Umgebungsbedingungen und externe Anreize

Behrens J., Langer G. (Hrsg.) 2010: Handbuch Evidence-based Nursing. Hans Huber, Hogrefe AG, Bern.

 

Pflegemodell von Dorothea Orem

Orem gründet ihr Modell auf der Annahme, dass jeder Mensch sich selbst pflegen kann und will. Sie geht von einer ganzheitlichen Vorstellung des Menschen aus. Diese umfasst physische, psychische, soziale und spirituelle Aspekte.

Gesundheit definiert sie als ein Gleichgewicht von Selbstpflegebedarf und Selbstpflegeerfordernis. Dabei ist Selbstpflege die Fähigkeit eines Individuums, alle zum (Über-) Leben benötigten Aktivitäten selbst zu

bewältigen.

Orem weist darauf hin, dass es Situationen gibt, in denen Menschen einander pflegen, ohne dass daran professionelle Pflege beteiligt ist, und spricht dabei von der Dependenzpflege. Das ist in abnehmendem Grad bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen der Fall. Für die Pflegeperson ergibt sich daraus ein bewusstes Miteinplanen der Pflegefähigkeit der Bezugsperson. Erst wenn die Unterstützung durch An- und Zugehörige nicht ausreicht, ist professionelle Pflege notwendig.

Für die professionelle Pflege wird dabei zwischen vollständig und teilweise kompensatorischem System sowie dem unterstützend-edukativem System unterschieden.

 

Pflegemodell von Nancy Roper

Roper sieht das Hauptziel des Menschen darin, sich selbst zu verwirklichen und in jeder Lebensaktivität die größtmögliche Unabhängigkeit zu erlangen.

Das Lebensmodell will den komplexen Prozess „Leben“ anschaulich machen. Die Lebensaktivitäten stehen im Mittelpunkt. Jeder Mensch führt sie auf seine Weise aus. Die Individualität des Menschen kann als Ergebnis der Einflüsse der drei Komponenten Lebensspanne, Abhängigkeit-Unabhängigkeit und beeinflussende Faktoren auf die Ausübung der Lebensaktivitäten betrachtet werden.

Die Aufgaben der professionellen Pflege sind,

  • den Menschen in seinen Lebensaktivitäten so zu unterstützen, dass er den für ihn größtmöglichen Stand der Unabhängigkeit erreichen kann sowie
  • Hilfe bei der Anpassung an unerlässliche Abhängigkeiten und Begleitung bis zum Tod zu geben.

 

 

Patient*innen-Edukation

Patient*innenedukation bezeichnet vielfältige gezielte psychologische und pädagogische Maßnahmen, die Patient*innen sowie Zu- und Angehörigen bei der Krankheitsbewältigung helfen. Sie kann damit einen wichtigen Beitrag zum generellen Ziel der Pflege leisten, individuelle Selbstpflegefähigkeiten und Kompetenzen der Patient*in zu stärken, um ihr damit ihre bestmögliche Selbstkontrolle, Autonomie und Würde im Alltag zurückzugeben.

Innerhalb der Patient*innenedukation lassen sich die drei wichtige Methoden Informieren, Schulen und Beraten unterscheiden.

Schewior-Popp, S., Ullrich. (2017). Thiemes Pflege. In Thiemes Pflege. Georg Thieme Verlag KG.