Neue Gentherapie am St. Anna Kinderspital: Hoffnung für Kinder und Jugendliche mit Sichelzellkrankheit und schwerer Beta-Thalassämie


Innovative CRISPR/Cas9-Therapie künftig auch in Wien verfügbar

 

Wien, 23.7.2026 Das St. Anna Kinderspital erweitert sein medizinisches Angebot um eine der innovativsten Therapieformen: Künftig wird auch eine Gentherapie für Kinder und Jugendliche mit schweren Formen der Sichelzellkrankheit und schwerer Beta-Thalassämien angeboten. Die ersten Patient*innen könnten bereits im Herbst behandelt werden. Die Therapie wird in Österreich nur an wenigen spezialisierten Zentren verfügbar sein – darunter Wien und Innsbruck.

 

Zum Einsatz kommt die Gentherapie CASGEVY®, die auf der CRISPR/Cas9-Technologie basiert. Die 2024 von der Europäischen Kommission zugelassene Therapie ist die erste Gentherapie dieser Art in Europa. Dabei werden körpereigene Stammzellen genetisch verändert, um die Bildung von gesundem Hämoglobin (rotem Blutfarbstoff) wieder zu ermöglichen.

 

„Mit dem Ausbau innovativer Therapien schaffen wir neue Behandlungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit schweren Erkrankungen. Unser Ziel ist es, betroffenen Familien Zugang zu hochspezialisierter Medizin auf modernstem Niveau zu bieten“, so Univ.-Prof.in DDr.in Caroline Hutter, Ärztliche Direktorin des St. Anna Kinderspitals.

 

Neue Perspektiven für schwer betroffene Patient*innen

Sichelzellkrankheit und schwere Beta-Thalassämie sind genetisch bedingte Erkrankungen der Blutbildung. Betroffene leiden unter einer deutlich eingeschränkten Lebensqualität und benötigen wiederholt Krankenhausaufenthalte. Krankhaft veränderte rote Blutkörperchen führen bei Sichelzellkrankheit zu Gefäßverschlüssen mit Schmerzkrisen, Schlaganfällen und anderen schwerwiegenden Organschäden, und ohne heilende hämatopoetische Stammzelltransplantation ist die Lebenserwartung auch in der industrialisierten Welt um etwa 20 Jahre reduziert. Patient*innen mit schwerer Beta-Thalassämie benötigen lebenslang regelmäßige Erythrozytentransfusionen (Gabe roter Blutkörperchen). Ein Hauptproblem sind dabei Organschäden durch Eisenüberladung, weshalb eine zum Teil mit Nebenwirkungen behaftete Eiseneliminationstherapie durchgeführt werden muss. Leider stehen nur bei einem Teil der Betroffenen passende Stammzellspender*innen für eine potenziell heilende Therapie zur Verfügung.

 

„Für Kinder und Jugendliche mit schweren Krankheitsverläufen, für die keine passende Stammzellspende verfügbar ist, eröffnet die Gentherapie erstmals eine neue heilende therapeutische Perspektive“, erklärt Prof. Dr. Leo Kager, Leiter der Ambulanz für Hämatologie und Onkologie am St. Anna Kinderspital und Diagnoseverantwortlicher für die Gentherapie.

Die Behandlung richtet sich an in Österreich versicherte Patient*innen ab zwölf Jahren mit schweren Krankheitsverläufen. Aufgrund der strengen medizinischen Kriterien wird die Zahl der geeigneten Patient*innen zunächst klein sein.

 

Wie funktioniert die Gentherapie?

Für die Behandlung werden im Zuge einer Stammzellapherese körpereigene Blutstammzellen entnommen und mittels CRISPR/Cas9-Technologie genetisch so verändert, dass anschließend wieder ein intaktes Hämoglobin produziert werden kann. Nach Verabreichung einer Chemotherapie erhalten die Patient*innen ihre bearbeiteten Stammzellen zurück. Insgesamt dauert der stationäre Aufenthalt mehrere Wochen.

 

„Die bisherigen Studienergebnisse sind sehr vielversprechend. Im Idealfall verschwinden Schmerzkrisen nahezu vollständig, was für Patient*innen mit Sichelzellerkrankung eine massive Verbesserung der Lebensqualität bedeutet. Patient*innen mit schwerer Beta-Thalassämie benötigen im Idealfall nach einer Gentherapie keine Transfusionen mehr“, so PD Dr. Herbert Pichler, Leiter der Stammzelltransplantation am St. Anna Kinderspital und verantwortlich für die Durchführung der Gentherapie.

 

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber der klassischen allogenen Stammzelltransplantation mit Spenderstammzellen besteht darin, dass durch die Verwendung körpereigener Stammzellen kein Risiko für eine sogenannte Graft-versus-Host-Erkrankung besteht. Dabei handelt es sich um eine schwere Immunreaktion, die durch eine Immunsuppression (Behandlung zur Unterdrückung des Immunsystems) verhindert werden soll. Im Unterschied dazu ist nach einer Gentherapie im Regelfall keine Immunsuppression erforderlich.

 

Über das St. Anna Kinderspital

Das St. Anna Kinderspital zählt insbesondere in der Behandlung kindlicher Blut- und Tumorerkrankungen zu den führenden Zentren Österreichs. Das St. Anna Kinderspital ist gemeinsam mit der Abteilung für Hämostaseologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien zudem das einzige Expertisezentrum für pädiatrische nicht-maligne Hämatologie und Hämostaseologie in Österreich.

Neue Lasertherapie: Wenige Sekunden Licht – mit großer Wirkung

 

Mit einem Flächenlaser und einem ergänzenden Stablaser der Firma Heltschl Medizintechnik erweitern wir unser modernes Therapieangebot. Die sogenannte Low-Level-Lasertherapie nutzt Kaltlicht, um körpereigene Heilungsprozesse zu unterstützen, Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren. Das Besondere: Die Anwendung ist schmerzfrei, dauert meist nur wenige Sekunden und wird bereits in mehreren Bereichen unseres Hauses erfolgreich eingesetzt.

 

Wie kann die Lasertherapie unterstützen?

  • Sie regt die Energieproduktion in den Zellen an
  • Sie unterstützt die Regeneration von Gewebe
  • Sie kann Entzündungen reduzieren
  • Sie fördert die Durchblutung im behandelten Bereich

 

Wann kann Lasertherapie eingesetzt werden?

  • Bei Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Bei Windeldermatitis
  • Bei Hautreaktionen nach Strahlentherapie
  • Bei Nebenhöhlen- und Stirnhöhlenentzündungen
  • In der Narbenbehandlung

 

Initiiert wurde die Einführung von unserer ARGE Wundmanagement – einem interprofessionellen Team unseres Hauses. Gemeinsam arbeiten wir daran, die Wundversorgung für Kinder und Jugendliche laufend weiterzuentwickeln – damit Heilung bestmöglich unterstützt, Schmerzen gelindert und die Lebensqualität unserer jungen Patient*innen verbessert werden kann.

 

Fotos: SAK / Holly Kellner

Österreichischer Kinderhospiz- und Palliativtag am 1. Juni

 

Kinderspielestationen, Festakt, Bühnenprogramm

 

Am Montag, 1. Juni 2026, lädt HOSPIZ ÖSTERREICH zum Österreichischen Kinderhospiz- und Palliativtag in den Fürstenhof des MuseumsQuartiers Wien ein. Dieser Tag ist Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit lebensverkürzender Erkrankung und ihren Familien gewidmet. Er macht auf ihre Situation aufmerksam und stellt die wichtige Arbeit der pädiatrischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen in den Fokus.

 

Das St. Anna Kinderspital ist gemeinsam mit zahlreichen Partnerorganisationen Teil dieser Initiative. Ein abwechslungsreiches Programm mit Kinderspielestationen, Bühnenprogramm und Festakt verbindet Information, Begegnung und gemeinsame Erlebnisse für Familien.

Im Mittelpunkt steht auch die Unterstützung im Alltag: Der Externe Onkologische Pflegedienst (EOP) sowie der Mobile Psychologische Dienst (MPD) des St. Anna Kinderspitals und der Kinderkrebshilfe Wien-NÖ-Bgld begleiten Familien mit krebskranken Kindern und Jugendlichen zu Hause bzw. im Alltag und bieten wichtige medizinische und psychologische Unterstützung außerhalb des Spitals.

An unserer Station laden wir Kinder und Familien zum gemeinsamen Zaubern und Spielen ein. Seifenblasen – als zartes Symbol dieses Tages – stehen für die besondere Lebenswelt der betroffenen Kinder: bunt, faszinierend und kostbar in jedem einzelnen Moment.

 

Ort: Fürstenhof, MuseumsQuartier Wien, 1070 Wien
bei Schlechtwetter: ZOOM Kindermuseum
Datum: Montag, 1.6.2026
Zeit: 09:00 – 17:00 Uhr

Mehr Informationen zum Programm.

Häufige Fragen zum Survivorship Passport

 

Der Survivorship Passport ist ein zentrales Instrument zur langfristigen medizinischen Betreuung von ehemaligen Kinderkrebspatient*innen. Er unterstützt eine strukturierte Nachsorge, indem er wichtige Gesundheits- und Therapiedaten bündelt und behandelnden Ärzt*innen sowie Patient*innen jederzeit zugänglich macht. Im Folgenden haben wir häufig gestellte Fragen und Antworten zum Survivorship Passport zusammengefasst.

 

Was ist der Survivorship Passport?

Der österreichische Survivorship Passport ist ein digitales Instrument zur personalisierten medizinischen Nachsorge ehemaliger Kinderkrebspatient*innen – integriert in ELGA.

Er ermöglicht:

  • die strukturierte Erfassung therapie- und gesundheitsrelevanter Daten
  • die längere Verfügbarkeit dieser Informationen
  • den jederzeitigen Zugriff für behandelnde Ärzt*innen und Patient*innen
  • die Unterstützung bei der Früherkennung, Prävention und Behandlung möglicher Spätfolgen oder Rückfälle

 

Warum braucht es den Survivorship Passport?
Besonders relevant ist dies, da viele therapiebedingte Spätfolgen erst Jahre oder Jahrzehnte nach Abschluss der Krebsbehandlung auftreten, häufig im Erwachsenenalter.

Der Survivorship Passport bündelt dabei:

  • individuelle Therapiedaten
  • Risikoprofile für mögliche Spätfolgen
  • evidenzbasierte Empfehlungen für Nachsorge und Vorsorge
  • medizinisch relevante Verlaufsinformationen

Die strukturierte und standardisierte Dokumentation unterstützt eine kontinuierliche und qualitativ hochwertige medizinische Betreuung über die gesamte Lebensspanne hinweg.

 

Für wen ist der Survivorship Passport gedacht?

In Österreich betrifft die strukturierte Langzeitnachsorge eine Patient*innengruppe von rund 5.000 Survivors, also Personen, die im Kindes- oder Jugendalter an Krebs erkrankt waren und heute geheilt sind oder langfristig mit den Folgen der Erkrankung leben. Für den Survivorship Passport müssen Survivors bereits 18 Jahre alt sein und seit mindestens 5 Jahren die Therapie beendet haben.

Wie bekommen Survivors den Survivorship Passport?

Sobald die Therapie beendet ist, erfolgen Nachsorge- bzw. Vorsorgeuntersuchungen im Erwachsenenalter nicht mehr im St. Anna Kinderspital, sondern in der interdisziplinären onkologischen Nachsorge-Ambulanz (IONA). Für diesen Übergabeprozess erhalten alle Survivors umfassende Untersuchungen. Nach diesen abschließenden Untersuchungen kommen die Survivors zum Abschlussgespräch ins St. Anna Kinderspital. Für das Abschlussgespräch bereitet unser Team eine Therapiezusammenfassung inklusive Chemo- und Radiotherapiedosis sowie Empfehlungen für die Langzeitnachsorge vor und erstellt den Survivorship Passport.

Wenn Sie ebenfalls den Survivorship Passport erhalten möchten, melden Sie sich bitte mit folgenden Daten (Patient*innenname, Geburtsdatum, Angabe, ob bzw. wann Sie im St. Anna in Behandlung waren) bei pr@stanna.at. Wir leiten Ihre Anfrage an das Ärztinnen-Team für die nächsten Schritte weiter.

 

Wird der Survivorship Passport automatisch in ELGA erstellt oder muss man aktiv zustimmen?
Der Survivorship Passport wird erst nach Therapieabschluss im Rahmen der Nachsorge gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt erstellt. Es bedarf der aktiven Zustimmung und erfolgt nicht automatisch.

Lebenslang begleitet: St. Anna Kinderspital startet europaweit einzigartigen Survivorship Passport

 

Kinderkrebs-Überlebende profitieren von digitalem Vorzeigemodell für Nachsorge

 

Wer als Kind an Krebs erkrankt war, trägt die Folgen der Erkrankung oft ein Leben lang mit sich – medizinisch, aber auch organisatorisch. Welche Therapie wurde damals genau durchgeführt? Welche Spätfolgen sind möglich? Welche Untersuchungen sind Jahre oder Jahrzehnte später wichtig?

 

Mit dem Survivorship Passport gibt es erstmals eine umfassende digitale Lösung für die lebenslange Nachsorge von Kinderkrebsüberlebenden. Das St. Anna Kinderspital hat dieses Instrument als erstes Zentrum Europas vollständig in das nationale Gesundheitssystem ELGA integriert. Mit den ersten zehn Nutzer*innen wurde nun gestartet, künftig können rund 5.000 Survivors von diesem personalisierten Nachsorgeangebot profitieren.

 

Österreich und das St. Anna Kinderspital als europäische Vorreiter

 

„Der Survivorship Passport zeigt, wie Innovation, europäische Zusammenarbeit und ein starkes öffentliches Gesundheitssystem konkret zusammenwirken können. Dieses Projekt stärkt die Versorgungsqualität nachhaltig und stellt sicher, dass Betroffene auch lange nach einer schweren Erkrankung bestmöglich begleitet werden“, betont Gesundheitsministerin Korinna Schumann.

 

International gilt das österreichische Modell bereits als Proof of Concept und Referenzprojekt für zukünftige Entwicklungen im Rahmen des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) und der EU-Cancer-Mission. „Es erfüllt uns mit großer Freude, dass das St. Anna Kinderspital als europaweiter Vorreiter einen konkreten Beitrag zur Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitswesen leisten darf. Der Survivorship Passport gewährleistet eine lückenlose und sichere Begleitung für unsere Patient*innen und setzt damit neue Maßstäbe in der lebenslangen Nachsorge“, so DI (FH) Mag. (FH) Herbert Volkmann, Geschäftsführer des St. Anna Kinderspitals.

 

Kontinuität in der Versorgung nach einer Krebserkrankung im Kindesalter

 

Der Survivorship Passport bündelt zentrale Informationen zur individuellen Krebstherapie sowie Empfehlungen für die langfristige medizinische Nachsorge.

„Der Survivorship Passport ermöglicht es allen zukünftigen behandelnden Ärzt*innen jederzeit, vergangene Therapien und mögliche Spätfolgen nachzuvollziehen. Für unsere Patient*innen bedeutet das Sicherheit und Kontinuität – besonders beim Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin. Wir tragen Verantwortung für den gesamten Lebensweg unserer Patient*innen und stellen mit dem Survivorship Passport sicher, dass sie bestmöglich begleitet und versorgt werden“, so Univ.-Prof.in DDr.in Caroline Hutter, Ärztliche Direktorin des St. Anna Kinderspitals.

 

Der Survivorship Passport wurde mit Unterstützung des AIT Austrian Institute of Technology implementiert. Teile der Umsetzung wurden vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gefördert. „Entscheidend war, den Survivorship Passport nicht als isolierte Anwendung zu denken, sondern als Teil eines Versorgungssystems. Erst durch standardisierte Schnittstellen und die Anbindung an bestehende Strukturen kann eine digitale Nachsorgelösung im Alltag dauerhaft funktionieren“, erklärt DI.in (FH) Angelika Rzepka, MPH, vom AIT Austrian Institute of Technology.

 

 

Erster Nutzer: „Survivorship Passport gibt mir Sicherheit für die Zukunft“

 

Möglichst viele Survivors sollten das Angebot für ihre langfristige Gesundheit nutzen. Julian Dorffner, ehemaliger Kinderkrebspatient des St. Anna Kinderspitals ist einer der ersten zehn Nutzer *innen. „Für mich bedeutet der Survivorship Passport, dass ich meine Krankengeschichte nicht jedes Mal neu erklären muss. Alle wichtigen Informationen zu meiner Therapie sind gebündelt verfügbar – egal bei welcher Ärztin oder welchem Arzt ich später einmal bin. Das gibt mir Sicherheit und hilft mir, meine eigene Gesundheit besser im Blick zu behalten“, beschreibt Julian Dorffner die konkreten Vorteile.

 

Europäische Forschungskooperationen als Grundlage

 

Die Umsetzung erfolgte im Rahmen langjähriger europäischer Kooperationen, insbesondere durch das EU-geförderte Projekt „PanCareSurPass“. Die strategische Leitung lag bei Univ.-Prof.in Dr.in Ruth Ladenstein von der St. Anna Kinderkrebsforschung, die das Thema Survivorship Care seit vielen Jahren auf europäischer Ebene maßgeblich mitgestaltet.

„Durch die strukturierte Erfassung der Therapiedaten ist gemeinsam mit zahlreichen europäischen Partner*innen ein innovatives Instrument entstanden, das nicht nur die medizinische Nachsorge verbessert, sondern auch eine wichtige Grundlage für die Spätfolgenforschung schafft. So können Spätfolgen systematisch analysiert und zukünftige Therapie- und Nachsorgekonzepte gezielt weiterentwickelt werden“, so Ladenstein.

 

Die inhaltliche Leitung lag bei Oberärztin Dr.in Edit Bardi vom St. Anna Kinderspital, die in unterschiedlichen europäischen Projekten mitgearbeitet hat. Initiiert und wissenschaftlich ausgearbeitet wurde der Survivorship Passport durch das europäische Expert*innennetzwerk PanCare. PanCare ist ein multidisziplinäres Netzwerk von Fachpersonen aus der pädiatrischen Onkologie, Spätfolgenforschung sowie Survivor-Organisationen, die ihre Perspektive aktiv in die Entwicklung eingebracht haben. Die technische Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem AIT, das die digitale Umsetzung des Survivorship Passport wesentlich mitgestaltet und die Verbindung von klinischen Prozessen, standardisierten Schnittstellen und ELGA-Anbindung unterstützt hat, dem IT- und Applikationsmanagement des St. Anna Kinderspitals, dem KIS-Provider PCS sowie in Abstimmung mit ELGA.

 

Fotos: © SAK/Thomas Holly Kellner

Lange Nacht der Forschung 24.4.2026

Infostand des St. Anna Kinderspitals bei der St. Anna Kinderkrebsforschung

 

Am Freitag, 24. April 2026, ist es soweit: Die Lange Nacht der Forschung lädt dich ein, Wissenschaft und Forschung hautnah zu erleben. Wir sind mit einem Infostand bei der St. Anna Kinderkrebsforschung vertreten. Dort hast du die Gelegenheit, direkt mit unseren Ärzt*innen ins Gespräch zu kommen und mehr über unsere Arbeit zu erfahren – von der Behandlung bis zur Forschung.

 

Seit fast 200 Jahren schreiben wir Kindermedizingeschichte – mit weltweiter Strahlkraft. Gemeinsam mit der St. Anna Kinderkrebsforschung forschen wir und entwickeln Diagnostik und Therapien, die Kindern Zukunft schenken. Diese Verbindung von Medizin und Forschung ist in Österreich einzigartig.

 

Die St. Anna Kinderkrebsforschung ist ein international vernetztes Zentrum für die Erforschung von Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Hier arbeiten Wissenschaftler*innen aus vielen Ländern an innovativen Projekten, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und die Behandlungsmöglichkeiten für junge Patient*innen zu verbessern.

 

Komm vorbei, staune und entdecke, wie Forschung und Medizin Hand in Hand gehen!

 

Ort: St. Anna Kinderkrebsforschung, Zimmermannplatz 10, 1090 Wien
Zeit: 17:00 – 23:00 Uhr 

 

Mehr Infos zum Ausstellungsstandort ansehen

St. Anna Kinderspital: Neuer Geschäftsführer und Verwaltungsdirektor

 

 

Mit 1. März 2026 hat DI (FH) Mag. (FH) Herbert Volkmann die Funktion des Geschäftsführers und Verwaltungsdirektors der St. Anna Kinderspital GmbH übernommen. In dieser Rolle verantwortet er die strategische Ausrichtung, wirtschaftliche Steuerung und nachhaltige Weiterentwicklung des gesamten Hauses und stärkt dessen Position als führendes pädiatrisches Kompetenzzentrum im österreichischen Gesundheitswesen.

 

Experte für strategische Krankenhausentwicklung und Transformationsprozesse

Mit Herbert Volkmann gewinnt das St. Anna Kinderspital eine erfahrene Führungspersönlichkeit mit ausgewiesener Expertise im Krankenhausmanagement und in der strategischen Organisationsentwicklung. Herbert Volkmann absolvierte ein Studium der Elektronischen Informationsdienste an der FH Technikum Wien sowie ein Diplomstudium in Unternehmensführung an den Fachhochschulstudiengängen der Wiener Wirtschaft.

Zuletzt war er seit 2019 als kaufmännischer Direktor des Herz-Jesu-Krankenhauses in Wien tätig, wo er zentrale Verwaltungs- und Servicebereiche verantwortete und tiefgreifende Veränderungsprozesse steuerte. Ein besonderer Schwerpunkt seiner bisherigen Tätigkeit lag im Change-Management unter komplexen Rahmenbedingungen: So leitete er einen umfangreichen Krankenhaus-Zu- und -Umbau im laufenden Vollbetrieb und gestaltete parallel Ambulanz- und OP-Prozesse neu. Die Umsetzung innovativer, digital unterstützter Abläufe führte zu nachhaltigen Effizienzgewinnen und einer verbesserten Ressourcennutzung – stets mit Blick auf die langfristige Stabilität des Gesamtsystems.

 

Strategische Entwicklung des St. Anna Kinderspitals

„Als Geschäftsführer sehe ich mein Ziel darin, mit strategischem Weitblick jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die es unserem Team ermöglichen, medizinische Spitzenleistungen nachhaltig zu erbringen und jederzeit bereit für zukünftige Innovationen und strukturelle Entwicklungen zu sein. Im hochkomplexen System des Gesundheitswesens braucht es heute vor allem Ermöglicher, Persönlichkeiten, die mit Empathie, Geduld und einem tiefen Verständnis für systemische Zusammenhänge agieren“, so DI (FH) Mag. (FH) Herbert Volkmann.

Volkmann versteht sich dabei als leiser Taktgeber – mit klarer Verantwortung für die Ausrichtung des Gesamthauses. Zentrale Schwerpunkte sind eine vorausschauende wirtschaftliche Steuerung, der Ausbau digitaler und administrativer Strukturen sowie resiliente Organisationsmodelle, die die starke Position des St. Anna Kinderspitals im europäischen Gesundheitsnetzwerk festigen und nachhaltig ausbauen.

 

Kollegiale Führung begrüßt neuen Geschäftsführer

Die Leitung des St. Anna Kinderspitals erfolgt im Rahmen der Kollegialen Führung gemeinsam mit der Ärztlichen Direktorin Univ.-Prof.in DDr.in Caroline Hutter und der Pflegedirektorin Susanne Wieczorek, MSc. „Wir freuen uns sehr, Herbert Volkmann im St. Anna Kinderspital willkommen zu heißen. Mit seiner fachlichen Kompetenz, seiner Erfahrung im Krankenhausmanagement und seinem Blick für zukunftsorientierte Strukturen bringt er wichtige Impulse für unser Haus. Gemeinsam wollen wir das St. Anna Kinderspital mutig gestalten, unsere lange Tradition in die Zukunft führen und weiterhin die bestmögliche Versorgung für Kinder und Jugendliche bieten“, so die Ärztliche Direktorin Univ.-Prof.in DDr.in Caroline Hutter und die Pflegedirektorin Susanne Wieczorek, MSc.

 

Über das St. Anna Kinderspital

Das St. Anna Kinderspital wurde 1837 gegründet, ist das erste Kinderspital Österreichs und leistet Großes für die Kleinen. Es zählt zu den führenden pädiatrischen Einrichtungen des Landes und genießt national wie international einen hervorragenden Ruf, insbesondere als Zentrum für die Behandlung kindlicher Blut- und Tumorerkrankungen. Einzigartig in Österreich ist die enge Verbindung von hochspezialisierter Versorgung und international anerkannter Forschung, durch die neue Therapien rasch in die Behandlung einfließen. Mit 122 Betten, 550 Mitarbeiter*innen sowie jährlich über 22.000 betreuten Patient*innen und mehr als 50.000 ambulanten Besuchen bietet das St. Anna Kinderspital eine umfassende, familienorientierte medizinische Versorgung für Kinder und Jugendliche.

 

Rotes Kreuz und St. Anna Kinderspital: „Krebs macht auch vor Kindern nicht halt! Blutspenden sind essenziell, um ihr Leben zu retten.“

 

250 bis 300 Kinder und Jugendliche erkranken pro Jahr an Krebs – Dr. Attarbaschi und Dr. Kreil: „Ausreichende Versorgung mit Blutkonserven ist wichtig für erfolgreiche Therapien!“

Wien, 13.2.2026:  Ein Rundgang durch die onkologischen Stationen im St. Anna Kinderspital macht betroffen. Jeden Tag kämpfen hier Kinder ums Überleben. Anstatt mit ihren Eltern die ersten Schritte ins Leben zu machen, mit ihren Freund:innen zu spielen oder sich in ihren Peergroups zu bewegen, sind für sie Krankenbetten, medizinische Therapien und deren Nebenwirkungen der Alltag – denn sie kämpfen gegen den Krebs. „In Österreich erhalten jedes Jahr 250 bis 300 Kinder und Jugendliche die lebensbedrohliche Diagnose Krebs“, erklärt Univ.-Prof. OA Dr. Andishe Attarbaschi, Ärztlicher Co-Direktor des St. Anna Kinderspitals vor dem Welt-Kinderkrebstag am Sonntag, dem 15. Februar. „In 45 Prozent der Fälle werden akute Leukämien – sprich Blutkrebs – oder hochmaligne Lymphome – Lymphdrüsenkrebs – diagnostiziert. Die Prognosen bei diesen häufigen Krebsformen haben sich in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert. Je nach Unterart liegt die Heilungsrate heute bei 85 bis 95 Prozent. Die supportive Therapie mit Blutprodukten ist ein wesentlicher Faktor für den Behandlungserfolg – nur deren Vorhandensein erlaubt uns, hochintensive Chemotherapien oder Knochenmarkstransplantationen durchzuführen, die stets mit einer Blutarmut einhergehen.“

Blutprodukte als entscheidender Faktor in der Krebstherapie

 

„Für erfolgreiche Krebstherapien sind oft viele Blutkonserven notwendig“, so Dr. Ursula Kreil, Transfusionsmedizinerin und stellvertretende medizinische Leiterin der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland beim Österreichischen Roten Kreuz. „Aus dem gespendeten Blut können darüber hinaus viele weitere Blutprodukte gewonnen werden, die für Krebstherapien entscheidend sind.“ Konkret liefert das Rote Kreuz pro Jahr 3.000 Blutkonserven in Form von Erythrozytenkonzentraten und 1.500 Blutprodukte in Form von Thrombozytenkonzentraten an das St. Anna Kinderspital. Außerdem werden für das Krankenhaus sämtliche mit Blutkonserven verbundene labordiagnostische Leistungen vom Roten Kreuz bereitgestellt.

93 Blutkonserven retteten das Leben von Sarah

 

Die 21-jährige Sarah Elmer hat ihre schwere Erkrankung nicht zuletzt dank der Blutspenden überlebt, da nur deren Gaben die durch die Chemotherapie verursachte Blutarmut überbrücken können. Im Alter von 10 Jahren wurde bei ihr eine bilineare Leukämie, eine seltene Art von Blutkrebs, diagnostiziert. Inzwischen gilt sie als geheilt. „93 Blutkonserven wurden für meine Therapie benötigt“, erinnert sie sich. „Es war eine schwierige Zeit für mich und meine Eltern – zum Glück war die Behandlung erfolgreich. Ich bin extrem glücklich und dankbar, dass ich mit der Hilfe vieler Blutspenderinnen und Blutspender geheilt werden konnte.“

 

Auch Sarahs Eltern erinnern sich an diese schwere Zeit mit einer Mischung aus Angst und Erleichterung: „Es gibt nichts Schlimmeres als eine schwere Erkrankung des eigenen Kindes. Niemand sollte so etwas erleben müssen. Jeder Tag war erfüllt mit Angst um ihr Leben und der Hoffnung auf eine erfolgreiche Therapie. Wir bedanken uns beim gesamten Team des St. Anna Kinderspitals für den großen Einsatz und das Engagement, das wir bei Sarahs Behandlung erlebt haben. Wir appellieren an alle Menschen in Österreich: Gehen Sie zur Blutspende, sie retten damit Leben!“

 

„Jeder Mensch kann in die Situation kommen, eine Blutspende zu benötigen!“

 

Auch Dr. Kreil und Dr. Attarbaschi betonen: „Egal ob Kinder, Erwachsene, Unfallopfer, chronisch kranke Menschen – wir alle können in die Situation geraten, auf eine Blutspende angewiesen zu sein. Blut kann nicht künstlich hergestellt werden, eine Konserve ist nur 42 Tage lang haltbar. Deswegen ist es besonders wichtig, regelmäßig Blut zu spenden, um die Versorgung in Österreich mit diesem lebenswichtigen Notfallmedikament zu garantieren.“

 

Infos über Blutspendeaktionen auf www.blut.at

Die Blutspendezentrale in Wien (Wiedner Hauptstraße 32, 1040 Wien) hat das ganze Jahr über geöffnet, außerdem gibt es die Möglichkeit zum Blutspenden in allen Bundesländern. Dr. Kreil: „Informieren Sie sich auf www.blut.at über Aktionen in Ihrer Nähe. Spenden dürfen alle Menschen zwischen 18 und 70 Jahren, die gesund sind und gewisse gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. Mitbringen muss man nur einen Ausweis und ein bisschen Zeit.“

 

Fotos: ÖRK / Thomas Holly Kellner

 

Ein galaktischer Besuch im St. Anna Kinderspital

Am 12. Dezember 2025 durften wir im St. Anna Kinderspital einen ganz besonderen Besuch begrüßen: Mitglieder der Rebel Legion / Alpine Base Austria sowie der 501st Legion Austrian Garrison brachten nicht nur galaktische Stimmung ins Haus, sondern auch eine beeindruckende Spende mit.

 

Die Cosplayer engagieren sich das ganze Jahr über bei unterschiedlichen Veranstaltungen und sammeln dabei Spenden für mehrere Kinderkrebsorganisationen. Traditionell findet im Dezember eine Spendenübergabe mit anschließendem Stationsbesuch statt – ein Termin, der auch heuer wieder für viele strahlende Augen sorgte.

 

Gemeinsam konnten die Rebel Legion / Alpine Base Austria und die 501st Legion Austrian Garrison eine Spendensumme von 10.600 Euro an das St. Anna Kinderspital übergeben. In ihren detailgetreuen Kostümen machten sie ihren Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis für unsere jungen Patient*innen, deren Familien sowie das gesamte Team.

 

Nach einem ersten Halt in der Tagesklinik besuchten die Cosplayer mehrere Stationen, darunter auch onkologische Stationen, und nahmen sich Zeit für persönliche Begegnungen, Gespräche und Fotos. Ein besonderes Zeichen setzte dabei das gemeinsame Auftreten von Rebellenallianz und Imperium – Seite an Seite für den guten Zweck.

 

Wir bedanken uns im Namen des gesamten Teams des St. Anna Kinderspitals von bei allen Mitwirkenden und Unterstützer*innen aus der Fangemeinde für das jahrelange Engagement und die großartige Unterstützung. Möge die Macht mit euch sein und danke für diese wohltätige Mission!