Lebenslang begleitet: St. Anna Kinderspital startet europaweit einzigartigen Survivorship Passport

 

Kinderkrebs-Überlebende profitieren von digitalem Vorzeigemodell für Nachsorge

 

Wer als Kind an Krebs erkrankt war, trägt die Folgen der Erkrankung oft ein Leben lang mit sich – medizinisch, aber auch organisatorisch. Welche Therapie wurde damals genau durchgeführt? Welche Spätfolgen sind möglich? Welche Untersuchungen sind Jahre oder Jahrzehnte später wichtig?

 

Mit dem Survivorship Passport gibt es erstmals eine umfassende digitale Lösung für die lebenslange Nachsorge von Kinderkrebsüberlebenden. Das St. Anna Kinderspital hat dieses Instrument als erstes Zentrum Europas vollständig in das nationale Gesundheitssystem ELGA integriert. Mit den ersten zehn Nutzer*innen wurde nun gestartet, künftig können rund 5.000 Survivors von diesem personalisierten Nachsorgeangebot profitieren.

 

Österreich und das St. Anna Kinderspital als europäische Vorreiter

 

„Der Survivorship Passport zeigt, wie Innovation, europäische Zusammenarbeit und ein starkes öffentliches Gesundheitssystem konkret zusammenwirken können. Dieses Projekt stärkt die Versorgungsqualität nachhaltig und stellt sicher, dass Betroffene auch lange nach einer schweren Erkrankung bestmöglich begleitet werden“, betont Gesundheitsministerin Korinna Schumann.

 

International gilt das österreichische Modell bereits als Proof of Concept und Referenzprojekt für zukünftige Entwicklungen im Rahmen des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) und der EU-Cancer-Mission. „Es erfüllt uns mit großer Freude, dass das St. Anna Kinderspital als europaweiter Vorreiter einen konkreten Beitrag zur Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitswesen leisten darf. Der Survivorship Passport gewährleistet eine lückenlose und sichere Begleitung für unsere Patient*innen und setzt damit neue Maßstäbe in der lebenslangen Nachsorge“, so DI (FH) Mag. (FH) Herbert Volkmann, Geschäftsführer des St. Anna Kinderspitals.

 

Kontinuität in der Versorgung nach einer Krebserkrankung im Kindesalter

 

Der Survivorship Passport bündelt zentrale Informationen zur individuellen Krebstherapie sowie Empfehlungen für die langfristige medizinische Nachsorge.

„Der Survivorship Passport ermöglicht es allen zukünftigen behandelnden Ärzt*innen jederzeit, vergangene Therapien und mögliche Spätfolgen nachzuvollziehen. Für unsere Patient*innen bedeutet das Sicherheit und Kontinuität – besonders beim Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin. Wir tragen Verantwortung für den gesamten Lebensweg unserer Patient*innen und stellen mit dem Survivorship Passport sicher, dass sie bestmöglich begleitet und versorgt werden“, so Univ.-Prof.in DDr.in Caroline Hutter, Ärztliche Direktorin des St. Anna Kinderspitals.

 

Der Survivorship Passport wurde mit Unterstützung des AIT Austrian Institute of Technology implementiert. Teile der Umsetzung wurden vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gefördert. „Entscheidend war, den Survivorship Passport nicht als isolierte Anwendung zu denken, sondern als Teil eines Versorgungssystems. Erst durch standardisierte Schnittstellen und die Anbindung an bestehende Strukturen kann eine digitale Nachsorgelösung im Alltag dauerhaft funktionieren“, erklärt DI.in (FH) Angelika Rzepka, MPH, vom AIT Austrian Institute of Technology.

 

 

Erster Nutzer: „Survivorship Passport gibt mir Sicherheit für die Zukunft“

 

Möglichst viele Survivors sollten das Angebot für ihre langfristige Gesundheit nutzen. Julian Dorffner, ehemaliger Kinderkrebspatient des St. Anna Kinderspitals ist einer der ersten zehn Nutzer *innen. „Für mich bedeutet der Survivorship Passport, dass ich meine Krankengeschichte nicht jedes Mal neu erklären muss. Alle wichtigen Informationen zu meiner Therapie sind gebündelt verfügbar – egal bei welcher Ärztin oder welchem Arzt ich später einmal bin. Das gibt mir Sicherheit und hilft mir, meine eigene Gesundheit besser im Blick zu behalten“, beschreibt Julian Dorffner die konkreten Vorteile.

 

Europäische Forschungskooperationen als Grundlage

 

Die Umsetzung erfolgte im Rahmen langjähriger europäischer Kooperationen, insbesondere durch das EU-geförderte Projekt „PanCareSurPass“. Die strategische Leitung lag bei Univ.-Prof.in Dr.in Ruth Ladenstein von der St. Anna Kinderkrebsforschung, die das Thema Survivorship Care seit vielen Jahren auf europäischer Ebene maßgeblich mitgestaltet.

„Durch die strukturierte Erfassung der Therapiedaten ist gemeinsam mit zahlreichen europäischen Partner*innen ein innovatives Instrument entstanden, das nicht nur die medizinische Nachsorge verbessert, sondern auch eine wichtige Grundlage für die Spätfolgenforschung schafft. So können Spätfolgen systematisch analysiert und zukünftige Therapie- und Nachsorgekonzepte gezielt weiterentwickelt werden“, so Ladenstein.

 

Die inhaltliche Leitung lag bei Oberärztin Dr.in Edit Bardi vom St. Anna Kinderspital, die in unterschiedlichen europäischen Projekten mitgearbeitet hat. Initiiert und wissenschaftlich ausgearbeitet wurde der Survivorship Passport durch das europäische Expert*innennetzwerk PanCare. PanCare ist ein multidisziplinäres Netzwerk von Fachpersonen aus der pädiatrischen Onkologie, Spätfolgenforschung sowie Survivor-Organisationen, die ihre Perspektive aktiv in die Entwicklung eingebracht haben. Die technische Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem AIT, das die digitale Umsetzung des Survivorship Passport wesentlich mitgestaltet und die Verbindung von klinischen Prozessen, standardisierten Schnittstellen und ELGA-Anbindung unterstützt hat, dem IT- und Applikationsmanagement des St. Anna Kinderspitals, dem KIS-Provider PCS sowie in Abstimmung mit ELGA.

 

Fotos: © SAK/Thomas Holly Kellner

die poltergesellschaft im annolignum lächelt in die kamera
© Pöschl

Kunterbunte Polter-Party: Spenden statt Geschenke

 

Bunte Dekoration, gutes Essen, ausgelassene Stimmung – und ein Herz für den guten Zweck: Bei ihrer „Kunterbunten Polter-Party“ in der AnnoLIGNUM Holz-Erlebnis-Welt setzten Isabel und Ulrich Pöschl auf Spenden statt Geschenke. Da das Paar nach eigener Aussage bereits „eh schon alles hat“, verwandelten die beiden die Schenkfreude ihrer Gäste in Unterstützung für das St. Anna Kinderspital – konkret für die Neugestaltung des Spielzimmers auf Station 2A.

 

Am 28. Juli 2025 besuchte das Paar das St. Anna Kinderspital, um die gesammelten Spenden persönlich zu überreichen. Dank zahlreicher Spenden der Gäste kam ein beeindruckender Betrag von insgesamt 3.201 Euro zusammen. Das St.-Anna-Kinderspital-Team nahm die stolze Summe dankend entgegen. Im Namen der jungen Patient*innen und deren Familien bedanken wir uns ganz herzlich bei allen Gästen der Polter-Party für ihr großartiges Engagement und diese großzügige Spende!

ehepaar pöschl lächelt in die kamera
Isabel und Ulrich Pöschl setzten auf „Spenden statt Geschenke“ anlässlich ihrer Polter-Party
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© St. Anna Kinderspital/M.Hechenberger Jubel über ein sensationelles Ergebnis bei der fünften Ausgabe des „12 Stunden Charity Ultracycling“ in Paudorf, NÖ

Sensationeller Erfolg für die 5. Ausgabe des „12 Stunden Charity Ultracycling“

 

Am 22. Juni 2024 versammelten sich zahlreiche Radsportbegeisterte in Paudorf (NÖ) zur fünften Ausgabe des „12 Stunden Charity Ultracycling“ zugunsten des St. Anna Kinderspitals. 88 Teilnehmende legten auf der vorgegebenen Rundstrecke in Summe 8.502 Kilometer und 152.600 Höhenmeter zurück. Das entspricht mehr als drei Umrundungen Österreichs, gemessen an der Staatsgrenze ohne Bodensee.

 

Zu bewältigen galt es eine anspruchsvolle Runde mit 19,5 Kilometern und 350 Höhenmetern, eingebettet in eine idyllische Landschaft mit Blickpunkten auf das Stift Göttweig und die Donau. Beim Event ging es wie in den letzten Jahren in erster Linie nicht um den Wettkampf, sondern die Teamleistung. Egal ob Profi- oder Hobbysportler, jede Runde zählte. Dank großzügiger Sponsor*innen und zahlreichen Unterstützer*innen aus der Region erzielten die Teilnehmenden eine sensationelle Spendensumme von 7.151,- Euro.

 

Die Idee für das Event stammt von Extremsportler Erwin Kazmirski. Er habe eine „Vision zur Mission“ gemacht, wie der Initiator erzählt. Dieser Mission haben sich inzwischen viele engagierte Menschen angeschlossen. Dutzende Radsportler*innen in allen Altersgruppen, das ehrenamtliche Organisationsteam, eine Reihe von unterstützenden Firmen, regionale Betriebe und die Gemeinde Paudorf trugen dazu bei, die fünfte Ausgabe des „12 Stunden Charity Ultracycling“ zu einem unvergesslichen Tag für den Radsport und den guten Zweck zu machen.

 

Im Namen der jungen Patient*innen, deren Eltern und dem gesamten St. Anna Kinderspital-Team bedanken wir uns ganz herzlich bei allen Mitwirkenden und Sponsor*innen für diese überwältigende Unterstützung!

 

Zur Website: 12 Stunden Charity Ultracycling

 

Dieser Beitrag wird laufend ergänzt. 

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