Laura Payrleitner BSc, DGKP und Hygienekontaktperson, Intensivstation

 

Wie lange bist du schon dabei?

 

Seit fast 5 Jahren – hätte nie gedacht, dass ich nach der Ausbildung gleich auf einer Intensivstation lande. Eigentlich wollte ich auf eine Palliativstation, wo Sensibilität und Ruhe im Vordergrund stehen. Aber über ein Praktikum im St. Anna habe ich gesehen: Hier lerne ich persönlich mehr. Ich habe mich gefordert und hier bin ich.

 

Wie sieht ein klassischer Arbeitstag aus?

Dienststart heißt immer eine Übergabe. Von Tag- auf Nachtdienst oder umgekehrt. Wir gehen gemeinsam ins Patientenzimmer und kontrollieren im 4-Augen-Prinzip die Beatmungsmaschine und die Infusionen. Dann wird bilanziert – das heißt, ich rechne aus, wie viel Flüssigkeit aufgenommen wurde und abgegangen ist. Die nächsten Punkte sind Körperpflege und anstehende Untersuchungen. Ultraschall machen wir auf unserer Station, aber für MRT oder CT müssen wir mit Kind, Bett und Maschinen ins Untergeschoss. Um 14:00 Uhr wird wieder bilanziert. Dann bereite ich alle jene Medikamente frisch zu, die nicht haltbar sind. Zwischen 11:00 Uhr und 20:00 Uhr sind Eltern und große Geschwisterkinder da – wir versuchen, sie in alle Abläufe einzubeziehen.

 

Was liebst du an deinem Job?

Für mich ist es ein Privileg, dass ich Menschen in solchen schwierigen Situationen begleiten darf – mit all meinem Pflegewissen und mit meiner Empathie.

 

Was ist die größte Herausforderung?

Flexibel sein – wirklich flexibel sein. Das war mein größtes Lernfeld zu Beginn. Und der schmale Grat zwischen professionell sein und emotional reinkippen.

 

Wie kannst du Mut, Herz und Stolz leben?

Mit Herz heißt für mich: Eltern so mitnehmen, dass sie sich nicht nur machtlos fühlen, sondern ihrem Kind etwas Gutes tun und einen Beitrag leisten können.

Mit Mut: Zu Beginn muss man sich an meinem Arbeitsplatz wirklich was zutrauen. Ich habe mich immer gefragt, ob ich das schon allein kann. Am liebsten war es mir, wenn mir jemand mit mehr Erfahrung über meine Schulter geschaut hat. Schritt für Schritt wächst man bei uns dank guter Führung rein.

Mit Stolz: Wenn ich einen Dienst gut bewältige, obwohl Ungeplantes passiert ist. Notfälle können sehr herausfordernd sein. Schön, wenn wir uns dann im Team sagen: Gut gemacht!

 

Hast du einen Lieblingsplatz im St. Anna?

Unser Stützpunkt – da kommen alle zusammen. In der Früh sage ich „Guten Morgen“, da führe ich viele Gespräche, treffe Kolleg*innen, bin immer willkommen und kann auch sagen, was mich gerade bewegt.

 

Was rätst du Neuen?

Viel Durchhaltevermögen und einen starken Willen. Die Einschulungszeit dauert mehr als 3 Monate. Irgendwann fühlst du dich sicher – auch im Nachtdienst. Und dann bist du diejenige, die gefragt wird und Wissen weitergibt.

© SAK / Holly Kellner Laura Payrleitner BSc, DGKP und Hygienekontaktperson, Intensivstation

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