Mag.a Nisha Mangalath, Klinische und Gesundheitspsychologin, Station 2A

 

Wie lange schon dabei?

Seit 12 Jahren… Zuerst habe ich mich für die Stelle einer Psychologin auf der Transplantationsstation beworben, aber gelandet bin ich dann auf einer onkologischen Station.

 

Wie sieht ein klassischer Arbeitstag aus?

Mein Arbeitsalltag ist sehr vielseitig. Ich begleite Kinder, Eltern und Geschwister während der Intensivtherapie. Die Begleitung beginnt bei der Diagnose, die verstanden und verarbeitet werden muss, und geht bis hin zu Kriseninterventionen. Ein wichtiger Teil sind auch Aufklärungsgespräche. Wir haben z.B. einer Puppe einen Katheter gelegt, damit wir die Kinder auf den zentralen Zugang, den sie bekommen werden, besser vorbereiten können. Kindgerechte Sprache ist sehr wichtig. Wir haben dazu tolle Aufklärungsbücher – eines davon hat eine betroffene Mama geschrieben. Insgesamt sind wir im St. Anna ein Team von 18 Psychologinnen – alle Fachbereich sind gut vertreten. An Wochenenden oder Feiertagen gibt es telefonische Rufbereitschaften, um die diensthabenden Kolleg*innen unterstützen zu können.

 

Was liebst du an deinem Job?

Einerseits die Begegnung mit Kindern und Eltern und andererseits den Austausch im interdisziplinären Team. Es ist unglaublich, wie viel Kraft in Ausnahmesituationen entsteht. Es gibt so viele kleine und große Entwicklungsschritte, die ich begleiten darf. Für mich ist das eine sinnvolle Arbeit.

 

Was ist die größte Herausforderung?

Die unterschiedlichen Sprachen und Kulturen, zudem bringen viele Familien auch einen großen Rucksack an Vorbelastungen mit!

Jede Kultur hat ihr eigenes Verständnis von Krankheit und deren Entstehung und geht mit Belastungen unterschiedlich um. Für das Sprachenthema können wir Dolmetscher*innen anfordern – das funktioniert super. Aber auch darüber hinaus braucht es viel Feingefühl und Aufklärung. Zum Beispiel ist Trauer etwas Kulturspezifisches. Oft weint man eher „im Verborgenen“ und will nach außen hin stark sein und Zuversicht ausstrahlen. In einigen Kulturkreisen wird Trauer aber laut ausgedrückt und es ist üblich, dass die gesamte Großfamilie ins Spital kommt. Sie braucht dann Platz, um andere Familien nicht zu stören. Aber auch das Thema Diagnosefindung wird unterschiedlich gehandhabt. Uns ist es wichtig, Kindern die Wahrheit zu sagen, und wir legen auf Ehrlichkeit großen Wert. Das ist für manche Familien schwer zu verstehen, weil sie ihre Kinder vor der Realität schützen wollen.

 

Wo spürst du in deinem Team die Werte Mut, Herz, Stolz?

Ich arbeite eigentlich in zwei Teams: Da sind zum einen meine Kolleg*innen der Psychosozialen Abteilung. Wir arbeiten in unterschiedlichen Bereichen des Hauses, haben aber einen guten Zusammenhalt und sind im Herzen ein stolzes Team. Und dann ist da die 2A – unsere pädiatrisch-onkologische Station. Sie umfasst viele verschiedene Berufsgruppen von Arzt/Ärztin bis Abteilungshilfen. Besonders stolz macht uns alle, wenn ein Kind gesund wird und die Glocke läuten darf.  Für den Moment leben und arbeiten wir hier.

 

Hast du einen Lieblingsplatz im St. Anna?

Unser kleines ONKO-Zimmer. Da kann ich einfach sein, kann sagen, was mich belastet – und wunderschön ist der Dachgarten. Die frische Luft ist viel wert im Alltag.

 

Was rätst du Neuen?

Im St. Anna hast du die unglaubliche Chance, sehr viele Berufsgruppen kennenzulernen und miteinander zu arbeiten. Für dich selbst wird es ein Training sein, wie du mit einer Extremsituation zurechtkommst. Das braucht alles Mut. Aber der kommt, weil man hier Rückhalt hat und sich nicht allein fühlt. Es ist einfach schön, hier zu arbeiten – trotz der schweren Krankheiten!

© SAK / Holly Kellner Mag.a Nisha Mangalath, Klinische und Gesundheitspsychologin, Station 2A

Sprechen dich unsere Werte und unsere Arbeitsfreude an, willst du Großes für die Kleinen leisten? Dann bist du bei uns richtig!

 

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